Die CEFEC ist ein europaweites Netzwerk sozialer Unternehmen und NGOs. Es feierte beim Linzer Kongress auch das 20-jährige Bestehen. Schon vor zehn Jahren tagte die CEFEC in Linz. Damals wurde die Definition einer „Social Firm“ erarbeitet. Diesmal war der „Linzer Appell“ im Zentrum der Diskussionen. Es geht dabei um klare Forderungen und Vorschläge für die Zukunft der Arbeit mit Sozialfirmen. Sozialfirmen sind Unternehmen, die Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen. Bei solchen Firmen sind der Großteil der MitarbeiterInnen psychisch beeinträchtigt oder benachteiligt, ein Teil aber nicht. Alle Beschäftigten haben aber gleiche Rechte und erhalten ein marktübliches Gehalt.
Wichtige soziale Firmen
In allen europäischen Ländern ist - unabhängig von der jeweiligen Konjunktur – in den letzten zehn Jahren eine wachsende Langzeitarbeitslosigkeit von Menschen mit Beeinträchtigung zu beobachten.
Dabei steigert Arbeit den Selbstwert und verbessert die psychische Gesundheit. Das zeigt auch eine Erhebung der Arbeitszufriedenheit von pro mente Oberösterreich-KlientInnen aus dem Vorjahr. Dafür wurden 113 Personen befragt, die in einem der elf Arbeits- trainingszentren von pro mente Oberösterreich arbeiten.
Für die Befragten ist „eine Beschäftigung haben“ und „mit anderen Menschen zusammenkommen“ deutlich wichtiger als „Geld verdienen“. Bei drei von vier TrainingsteilnehmerInnen hat sich in den 15 Monaten des Arbeitstrainings „das persönliche Wohlbefinden“ verbessert.
Die Beschäftigung von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung zahlt sich auch für Unternehmen aus. Gerade in Zeiten der globalen Veränderungen wachsen Unsicherheit und Angst. Ein Unternehmen, das ethische Werte lebt, soziale Verantwortung glaubhaft zeigt und Orientierung bietet, gewinnt das Vertrauen seiner MitarbeiterInnen und KundInnen. Mehr Vertrauen führt zu einem gesunden Betriebsklima, in dem Kreativität und Leistung wachsen, ohne dass Erschöpfung und Burnout drohen.
Hoffnungsträger CEFEC
Die CEFEC dient auch als Hoffnungsträger für die neuen Beitrittsländer auf dem noch langen Weg, die nachhinkende gesellschaftspolitische Entwicklung aufzuholen und Menschen mit Beeinträchtigung künftig nicht mehr in Anstalten zu verwahren. Arbeit und Anerkennung sind die Basis jeder Integration. Am Linzer Kongress waren rund 250 TeilnehmerInnen aus neunzehn Ländern dabei, darunter zahlreiche Psychiatrie-Erfahrene. In zahlreichen Workshops wurden die verschiedensten Themenbereiche aufgearbeitet.
Stargäste aus dem Bereich der Fachleute waren Frithjof Bergmann und Adrienne Goehler. Der Linzer Kongress war vorbildhaft von pro mente Oberösterreich (federführend Mag. Renate Binder) organisiert. Moderator bei der Round-Table-Diskussionen war ORF-Redakteur Roland Brunhofer. Der nächste CEFEC-Kongress findet im kommenden Jahr in Portugal (Lissabon) statt. Bis dahin gilt es jetzt Meinungsbilder und die Politik von der Wichtigkeit des Weges zu überzeugen, damit die nötigen Rahmenbedingungen neu geschaffen oder weiter verbessert werden können.
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