
Unter diesem Motto stellte sich die Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2001 die Aufgabe „Psychische Gesundheit zu erhalten und/oder wieder herzustellen“ sowie „Psychische Gesundheit als das Kernstück der Gesundheit“ zu erkennen. Eine Einführung von Univ.-Prof.- Dr. Christoph Stuppäck und PD Dr. Alexandra Whitworth.
Derart große Pläne sind natürlich in ständiger Gefahr zu scheitern, weil sie vielleicht zu umfassend, ja ausufernd sind. Es gilt daher, Rahmen zu schaffen, Definitionen zu finden. Die Frage, was denn Gesundheit eigentlich sei, ist sicherlich nicht mit einem schlichten: „die Abwesenheit von Erkrankung“ zu beantworten sondern ist komplexer zu sehen: 1986 schreibt die WHO: „Gesundheit ist die Fähigkeit und Motivation ein wirtschaftlich und sozial aktives Leben zu führen“. Hier klingt bereits ganz klar an, dass psychosoziale Aspekte wesentlich sind.
Definition
Einige Jahre später trifft die WHO dann die Aussage, dass Psychische Gesundheit „ein Zustand des Wohlbefindens ist, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar
arbeiten kann und im Stande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen“.
Es ist wohl nicht einseitig psychiatrisch, ideologisch gesehen, wenn man sagt, dass die psychische Gesundheit der zentrale Punkt der Gesundheit ist. Körperliche Erkrankungen werden durch psychische Faktoren mit ausgelöst, ihre Heilungsaussichten sind ganz wesentlich durch psychische Faktoren beeinflusst. Auch das Wahrnehmen von Erkrankung und Schmerz hängt stark von psychischen Begleitumständen ab: Gallenkoliken sowie Geburten verursachen – bei aller Problematik einer Messung der Schmerzintensität – vermutlich recht ähnliche Schmerzen. Frauen, die beides erlebt haben, werden jedoch bestätigen, dass wegen der negativen Besetzung die Gallenkolik wesentlich schwerer zu ertragen ist. Über längere Zeit bestehende Schmerzen führen nachvollziehbar zu Stimmungsproblemen und verminderter Lebensfreude.
Enge Verbindung
Die enge Verbindung zwischen körperlichen und seelischen Erkrankungen ist etwa auch bei Herzinfarkt und Depression zu sehen. Einerseits haben Menschen mit schweren Depressionen ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, andererseits verschlechtert eine bestehende (leider Gottes zu oft unbehandelte) Depression nach einem erlittenen Herzinfarkt die Prognose ganz beträchtlich. Und
diese negative Beeinträchtigung von Krankheitsverläufen durch psychische Begleitsymptome erstreckt sich auch auf die Zucker- krankheit, den Schlaganfall, Nierenerkrankungen und viele mehr.
Körperliche Beschwerden
Jeder Mensch, der gerade eine depressive Episode durchläuft, wird körperliche Beschwerden um vieles unangenehmer erleben, als er es in einer vergangenen oder
zukünftigen Phase psychischer Ausgeglichenheit getan hat oder tun wird. Gerade in der westlichen, so genannten Ersten Welt, besteht hier ein enormer Bedarf, den „Leib-Seele-Dualismus“ also dieses Nebeneinander von Körperlichem und Seelischem aufzulösen, viel einheitlicher zu sehen. Diese einheitliche Sicht kann im Übrigen natürlich nicht durch die Spezialisierung einiger Weniger erfolgen, vielmehr muss sich die Ausbildung aller, die in medizinischen Feldern tätig sind, dahingehend erweitern. Warum kommt es dazu, dass das Psychische so vernachlässigt ist? Warum wird im Verhältnis zu den durch psychische Erkrankungen bedingten Kosten so wenig in ihre Behandlung investiert? Die Frage stellt sich um so drängender, da die Behandlung selbst nicht die wesentliche Hürde darstellt, es sind viel mehr die Folgekosten durch Krankenstände, Frühpensionen und Todesfälle. Nicht einmal 6 % der für die Gesundheit aufgewendeten Mittel gehen im EU-Durchschnitt in den Bereich der psychischen Erkrankungen – wobei Österreich etwas über diesem Durchschnitt aber doch weiter hinter den Spitzenwerten/-ländern liegen dürfte („dürfte“, weil es dazu keine verlässlichen Zahlen gibt).
Hohe Erkrankungsrate
Bleiben wir weiter bei beeindruckenden aber eher beunruhigenden Zahlen: 25 % der Bevölkerung werden in ihrem Leben an einer schwereren, behandelbaren psychischen Erkrankung leiden, wobei diese Zahlen im Steigen begriffen sind. Bei weiter gefasster Definition von psychischer Krankheit kommt man auf noch wesentlich höhere Zahlen. So wie unter Hinzuzählen des Schnupfens alle im Leben einmal körperlich erkranken, leiden wir wohl alle auch zumindest einmal im Leben an einer seelischen Erkrankung oder Krise, die wir nicht mehr aus eigener Kraft gleich beheben können. Psychische Erkrankung ist also allgegenwärtig und nicht das Problem einer Minderheit. Diesen Eindruck könnte man aber gewinnen, wenn man beobachtet, wie stark nach wie vor die Stigmatisierung, also die Ausgrenzung, psychisch Kranker ist. Alte Vorurteile und Nicht-Wissen über Psychische Erkrankungen sind dafür als Hauptursachen zu sehen. Diese Vorurteile und das Nicht-Wissen durchdringen alle Bevölkerungs- und Berufsschichten, Ärzte nicht ausgenommen. Zahlreiche Untersuchungen bestätigen dies.
Ausbildungsdefizit
Nachgewiesenermaßen ist einer der Faktoren, warum Menschen mit psychischen Erkrankungen spät, oft zu spät Hilfe erhalten, in einem Ausbildungsdefizit der potenziellen Behandler zu orten. Unser Vorwurf richtet sich nicht an die Ärzte sondern an das Ausbildungssystem. Gerade Allgemeinmediziner haben sich mit großem persönlichen Aufwand oft ein beträchtliches Wissen über psychische Erkrankungen angeeignet, da in der allgemeinärztlichen Praxis zwischen 30 und 60 % der Patienten auch an Psychischen Erkrankungen leiden und dieser Bedarf irgendwie gedeckt werden muss. Die Psychiatrie spielt jedoch in der Ausbildung zum Allgemeinmediziner eine ganz untergeordnete Rolle.
Dies sollte zu beheben sein, möchte man meinen: Aber auch in den neuen Ausbildungsstrukturen Richtung Facharzt für Allgemeinmedizin wird der angehende Facharzt für Allgemeinmedizin eine breite chirurgische und gynäkologische Ausbildung haben (er wird selten in seiner Praxis operieren oder Kinder zur Welt bringen), die Psychiatrie wird er sich wieder aus Eigeninitiative beibringen müssen, will er seinen PatientInnen adäquat helfen.
Weltweites Problem
Wir sprechen hier keineswegs ein Österreich-Spezifikum an, denn die Bemühungen, die angesprochenen Defizite zu verkleinern und irgendwann vielleicht einmal zu beseitigen, bestehen ja weltweit. Der eingangs erwähnten WHO-Kampagne folgte im Jänner 2005 in Helsinki ein Treffen von 52 Ministern sowie hochrangigen Beamten, Vertretern von NGOs (non-governmental organizations) wie Selbsthilfe- und Angehörigengruppen sowie auch einigen wenigen Psychiatern. In dieser europäisch-ministeriellen WHO-Konferenz für psychische Gesundheit wurde ein so genanntes Grünbuch entwickelt, alle 52 anwesenden Minister, auch Maria Rauch-Kallat aus Österreich, bekannten sich zu den Zielen, die hier sehr allgemein in einer klaren Verbesserung der Versorgung psychisch Kranker bestehen.
Psychiatrie-Enquete
Im Herbst 2005 fand in Linz eine gemeinsam von pro mente austria und der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP) veranstaltete Psychiatrie-Enquete statt. Bereits ohne Ministerin Rauch-Kallat. Und auch ihre Nachfolgerin Ministerin Andrea Kdolsky setzte keinerlei bemerkbare Akzente.
Im Jahr 2007 fand in Wien ein weiteres Treffen vieler Vertreter aus ganz Europa, die Europäische Konferenz zur Psychischen Gesundheit 2007, statt. Immer noch stand die Präsentation des Grünbuchs von 2005 im Mittelpunkt, der Austausch zwischen allen Teilnehmern war interessant, wesentliche Fortschritte hatten sich jedoch noch nicht ergeben.
Daran hat sich unseres Erachtens im Großen und Ganzen bis heute nicht sehr viel geändert. Wie kommt es nun, dass die psychische Gesundheit dann, wenn es konkret um die Verteilung finanzieller Mittel geht, so schlecht abschneidet? Vielleicht ist es zu einfach gesehen, wenn man meint, dass Entscheidungen eines Volkes ganz stark von persönlichen Prioritäten und Ängsten von Politikern mit abhängen. Diese haben nun üblicherweise gewiss nicht Angst, einmal an einer psychischen Störung zu erkranken, ihre Ängste beziehen sich vermutlich wie die aller anderen auch eher darauf, an Krebs zu erkranken, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall zu erleiden, eventuell dement zu werden. Das bedeutet, dass die Stigmatisierung sich von den psychisch Kranken auch auf ihre Krankheiten ausgebreitet hat – das heißt diese Krankheiten auch ausgegrenzt, nicht ausreichend wahrgenommen werden. Es wird noch viel Arbeit benötigen, über das Verständnis und die Hilfe Einzelner in der Politik eine breite Basis für Veränderungen, Verbesserungen für psychisch Kranke zu schaffen. Österreich ist eines der reichsten Länder dieser Erde, trotzdem gibt es genug arme Menschen in unserem Land, Armut wirkt sich wiederum auf seelische und körperliche Gesundheit sehr negativ aus. Hier meinen wir nicht nur die so genannte monetäre, (finanzielle) Armut, also einen schlichten Mangel an Geld, sondern darüber hinausreichend auch eine andere Art von Armut. Diese bezieht sich auf Defizite in Bildung und Ausbildung als Schlüssel für weitere Defizite.
Wer schlecht ausgebildet ist, wird in seiner Erwerbstätigkeit beeinträchtigt sein, wer wenig erwirbt wird ungünstige Wohnverhältnisse vorfinden, vieles weitere im sozialen Leben wird ungünstig verlaufen. Letztendlich münden alle diese Armutsformen in einer minderwertigen Gesundheit, im Falle psychischer Erkrankung auch in einer „minderwertigen Krankheit“ um mit Robert Musil zu sprechen.
Nach den Riesenschritten, die die Weiterentwicklung und Verbesserung der Behandlung psychischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, ist auch erklärbar, das sich die Funktion der psychiatrischen Krankenhäuser wesentlich gewandelt hat – sie wurden von Langzeitaufbewahrungsstätten zu Akutbehandlungseinrichtungen mit stark verkürzten Aufenthaltsdauern zwischen im Mittel zwei bis drei Wochen.
Akutbehandlung
Was wir daher jetzt verstärkt brauchen, sind Einrichtungen, Strukturen und Organisationen, die psychisch Erkrankte nach der Entlassung aus dem Krankenhaus betreuen, bzw. durch die außerstationäre Behandlung eine Aufnahme überhaupt oft unnotwendig machen. Der Großteil der Behandlung findet also in anderen Strukturen statt – seien es Arztpraxen, Psychotherapeutenpraxen, Rehabilitationseinrichtungen (die die Wiedereingliederung der PatientInnen in den Arbeitsprozess, in die Gesellschaft zum Ziel haben) und viele andere.
Qualitätskriterien
Die Erreichbarkeit und Verfügbarkeit dieser Strukturen sind wesentliche Qualitätskriterien einer staatlichen Organisation des Gesundheitswesens. Kann diese Qualität gegeben sein, kann man sich zufrieden zurücklehnen, wenn man als schwer depressiver Mensch, der im Weiterleben keinen Sinn mehr sieht, vier Monate auf einen Termin beim Kassenpsychiater warten muss?
Wenn man als junger Mensch mit einer psychotischen Störung drei Jahre auf einen Platz in einer Rehabilitationseinrichtung wartet und in der Zeit endgültig den Sinn des Lebens aus den Augen, den Anschluss an Mitmenschen verliert und in die völlige Isolation abgleitet? Darf es sein, dass die ärztliche Behandlung in zehn Minuten abgehandelt werden müsste, weil der Versorgungbedarf zu knapp geplant wurde – muss es nicht selbstverständlich sein, dass eine Stunde zur Verfügung steht um das Krankheitsbild in allen Facetten auszuloten, den Verlauf und die Behandlungsplanung im Detail zu erklären und eine vertrauensvolle Beziehung herzustellen?
Ist nicht auch der Zeitfaktor eine präventive Maßnahme, die zu mehr Erkenntnis über die eigene Erkrankung, zu richtigerem Reagieren im Falle eines Wiederauftretens, zu den passenden, gesünderen Verhaltensweisen im Umgang mit der Krankheit führt?
Gilt es nicht, alle Menschen mit diesbezüglichem Bedarf bestmöglich und raschest zu versorgen um ihre Arbeitsfähigkeit, aber auch ihre Lebensqualität und –freude wiederherzustellen? Nicht alles ist natürlich vom Staat, von der öffentlichen Hand einzufordern, eine Verantwortung für seine Gesundheit in jeder Hinsicht trägt natürlich auch der Einzelne.
Vererbtes und die Lebensgeschichte tragen im wesentlichen Ausmaß dazu bei, wie man mit Belastungssituationen umgeht. Nicht alle Menschen besitzen gleiche gesundheitsfördernde Anlagen und Fähigkeiten – worauf in der jetzigen Ausgabe der pro mente austria Zeitschrift weiter hinten ausführlich eingegangen werden wird.
Strategien-Entwicklung
Dieser Punkt verdient auf jeden Fall im Sinne einer Psychohygiene, also für die Seele günstige Maßnahmen, hohe Beachtung. Strategien zu finden und zu lehren, wie wir das Ausbrechen einer psychischen Erkrankung verhindern können, wird eine vordringliche Aufgabe der nächsten Jahre und Jahrzehnte werden. Unsere Zeit bietet uns viele Möglichkeiten, psychisch beeinträchtigt zu werden: Zunehmende Anforderungen im Berufsleben führen zu höheren Stressbelastungen, Überforderungen, Burn-Out und Mobbing können die Folge sein. Aber auch das Bore-Out, eine Unterforderung oder gar Arbeitslosigkeit können psychisch massiv beeinträchtigen und destabilisieren. Sehr zu beachten sind auch die individuellen Grenzen, welche Belastungen wem noch zumutbar sind, ein absolutes Maß lässt sich hier nicht finden.
Wellnessbereich
In diesem Feld ist derzeit der Wellnessbereich stark vertreten, inwieweit Angebote dieser Art jedoch einen wirklichen Beitrag zur Psychischen Gesundheit eines Volkes leisten können, bleibt dahingestellt.
Es ist zu befürchten – siehe finanzielle Armut, dass gerade die, die von solchen Einrichtungen profitieren könnten, sie sich nicht leisten können und daher, wie nicht ganz selten in der Medizin – diejenigen die besten Behandlungen oder in diesem Falle Vorsorgen bekommen, die sie am wenigsten brauchen. Es ist aber auch vermessen zu glauben, dass ein Wochenende in einem Wellness-Hotel einen jahrelang missachteten Erschöpfungszustand heilen kann!
Entspannung muss im Alltag, im täglichen Ablauf stattfinden um Wirkung zu zeigen und kann auch nicht wettmachen, wenn man ständig über seine Belastungsgrenzen gegangen ist, sich keine Freiräume schaffen konnte, von Vorgesetzten und Kollegen nicht respektvoll und menschlich behandelt, sondern manipuliert und in seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen missachtet wurde.
Dieser Artikel ist nicht in düsterer Stimmung geschrieben, aber er schildert ein düsteres Szenario, das durch wenige Zahlen plakativ beschrieben sei: Weltweit etwa eine Million, EU-weit etwa 70.000 und in Österreich etwa 1200 Menschen sterben jährlich durch Suizid.
Das besonders Tragische an diesem Umstand besteht wohl darin, dass heutzutage einem Großteil aller Menschen mit psychischen Erkrankungen und Beschwerden sehr gut zu helfen wäre. In vielen Ländern der Welt liegt das Problem daran, dass Therapien nicht leistbar sind oder gar nicht zur Verfügung stehen. Dies trifft für Österreich und vergleichbare Länder nicht zu. Vielleicht wurden in den vergangenen Jahrzehnten zu viele psychiatrische Betten geschlossen ohne adäquate außerstationäre Strukturen aufzubauen, vielleicht kommen nach wie vor viele Betroffene nicht in Behandlung, weil sie entweder nicht wissen, an einer psychischen Erkrankung zu leiden oder nicht glauben, dass ihnen geholfen werden kann.
Wirksame Therapieformen
Faktum ist jedoch, dass für alle Erkrankungen aus dem Bereich der Psychiatrie wirksame Therapieformen beginnend von Psychotherapie über medikamentöse Behandlungen hin zu sozialpsychiatrischen Interventionen zur Verfügung stehen, deren Kosten beträchtlich geringer als die Folgekosten für Nichtbehandlung ausfielen.
Ein großes Problem stellt nach wie vor auch die „Selbststigmatisierung“ psychisch Kranker dar, die natürlich in ihrer Sozialisierung den gleichen Vorurteilen wie alle anderen ausgesetzt sind und daher ebenfalls glauben, eine minderwertige, ja vielleicht gar keine Erkrankung zu haben, nur faul zu sein etc.
Österreich hat – gelegentlichen Unkenrufen zum Trotz – ein sehr gutes Gesundheitssystem, vorzügliche psychiatrische Krankenhäuser, viele, aber viel zu wenige Fachärzte für Psychiatrie in Kassenpraxen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, MitarbeiterInnen der Hauskrankenpflege, SozialarbeiterInnen, ErgotherapeutInnen, KunsttherapeutInnen und viele mehr.
Verbesserungen
Eine Ballung dieser Kompetenz besteht jedoch ganz eindeutig in städtischen Gegenden, mit der Entfernung von diesen sinkt die Dichte und damit Qualität der Versorgung oft dramatisch. Der Slogan „There is no real health without mental health”, der WHO, Anfang dieses Jahrtausends ausgegeben, hat noch nicht zu den bahnbrechenden Veränderungen geführt, die der Forderung der WHO nach Erhaltung und Wiederherstellung psychischer Gesundheit, sowie die psychische Gesundheit als das Kernstück der Gesundheit zu erkennen, gerecht werden könnte.
Alle Beteiligten aber auch Betroffenen, und das sind viele, müssen wohl noch jahrelang, vermutlich ein bis zwei Generationen lang kämpfen, um die notwendigen Verbesserungen zu erreichen. Der Kampf um eine bessere psychische Gesundheit wird nicht für eine Minderheit geführt, er wird für mehr als die Hälfte aller Menschen geführt.
Grosses Ziel
Niemand ist davor gefeit psychisch krank zu werden. Auch dieses Wissen sollte helfen können, die allgemeinen Bemühungen zu einer Verbesserung der Situation voranzutreiben. Es ist ein großes Ziel, die gewaltigen Fortschritte im Bereich der Behandlungen psychischer Erkrankungen für alle Betroffenen selbstverständlich einsetzen zu können – so selbstverständlich, wie bereits heute kein gebrochenes Bein mehr unbehandelt bleibt!
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