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[08.Okt.2009] Krankheit Burnout – Warnsignale der Psyche und des Körpers erkennen

Der Begriff „Burnout“ wurde 1974 von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger erstmals verwendet. Es begann damit, dass er selbst in seiner Tätigkeit ‚ausbrannte‘ und er sich mühsam den Weg zurück in die Gesundheit erkämpfte. In diesem Prozess bemerkte er, dass speziell die „Helfenden Berufe“ (Ärzte, Pflegeberufe, Sozialarbeiter etc.) von häufiger Krankschreibung, Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung betroffen waren. Die Ursache dafür fand er in einer subjektiv als besonders hoch erlebten Arbeitsbelastung, gepaart mit herausragendem persönlichen Engagement. Fehlte dann noch der gewünschte Erfolg, führte dies zum „Ausbrennen“. Im Blickfeld der Medien gilt heute das Burnout-Syndrom beinahe als Volkskrankheit und wird oft als Synonym für eine psychische Erkrankung verwendet.

Müller versucht folgende Definition: „Im Falle einer Burnout-Krise nimmt die psychische Belastbarkeit bereits im mittleren Berufsalter ab. Menschliche Überforderung und Enttäuschungen führen zu emotionaler Erschöpfung und Resignation. Der phasische Verlauf kann bis zur Entfremdung von sich selbst und zu völligem Rückzug von anderen Menschen führen und in Depressionen und körperliche Erkrankungen münden“ (Quelle: Müller, 2004, S. 18).

Inzwischen ist auch klar, dass vom Burnout jeder betroffen sein kann – ob Hausfrau oder Spitzenmanager. Ob man an Burnout erkrankt, hängt nicht ausschließlich vom ausgeübten Beruf, sondern auch von der zugrunde liegenden Persönlichkeit und den eigenen Wertvorstellungen ab. Folgende persönliche Eigenschaften unterstützen eine Entwicklung in Richtung Burnout: Perfektionismus gepaart mit hohen Erwartungen und Zielen, eine negative Selbsteinschätzung, hohe Leistungs- und Erfolgsorentierung, Menschen, die viel Anerkennung von außen benötigen, Personen, die ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen nicht wahrnehmen, körperliche Warnsignale werden überhört, die Arbeit ist ihr Lebensinhalt. Ganz nach dem Motto: „Nur jemand, der einmal entflammt war, kann auch ausbrennen!“ (Pines, Aronson & Kafry, 1985).


Motivation, Ehrgeiz und Fleiß sind in der heutigen Leistungsgesellschaft sehr positiv besetzt. Woran können Sie nun erkennen, ob Sie sich aufgrund dieser ‚positiven‘ Eigenschaften in Richtung Burnout bewegen? Man unterscheidet hier drei Stadien. Frühstadium: Rasche Erschöpfbarkeit, Krankheitsanfälligkeit, Rückenbeschwerden, Gefühl der inneren Leere, Rückzug in unproduktive Tätigkeiten, Flucht in oberflächliche Vergnügungen wie verstärkter Alkoholkonsum und Zynismus… Fortgeschrittenes Stadium: Lust-, Freu- und Interesselosigkeit, Sozialer Rückzug, kaum mehr echte Erholungsmöglichkeiten, häufige Fehler und Ungenauigkeiten bei der Arbeit... Voll ausgeprägtes Stadium: Völliger sozialer Rückzug, Resignation und Sinnlosigkeitsgefühle im Vordergrund, zunehmende Suchtgefährdung, unzureichende berufliche Leistungsfähigkeit… Körperliche Anzeichen: Man muss daher sowohl auf körperliche Anzeichen (Ermüdung, Erschöpfung, Schlafstörungen, Kopfschmerzen,...) als auch auf psychische Symptome (Schuld und Versagensgefühle, Ängste, Frustration bis zur Gleichgültigkeit der Arbeit gegenüber, nervöse Ticks,…) achten. Verhaltensveränderungen wie erhöhte Aggressivität und exzessiver Alkohol- oder Drogengebrauch können auffallen. Besonders alarmierend ist es, wenn einem Personen, mit denen man zu tun hat, egal werden, wenn immer öfters zynische Bemerkungen fallen. Unter www.burnoutnet.at  können Sie einen kurzen Test durchführen, der Ihnen sofort beantwortet, ob Sie Burnout-gefährdet sind oder nicht!
Kurz zusammengefasst läuft der Prozess in die Burnout Erkrankung in folgenden Schritten: Enthusiasmus, Stagnation, Frustration, Apathie, Burnout. Hier sind die 12 Punkte zur Burnout-Verhütung (nach Freudenberger und North):

1) Hören Sie auf mit dem Verleugnen, 2) Vermeiden Sie Isolation, 3) Ändern Sie Ihre Lebensumstände, 4) Vermindern Sie Ihren zu starken Einsatz, 5) Hören Sie auf, sich überfürsorglich zu verhalten, 6) Lernen Sie, auch NEIN zu sagen, 7) Fangen

Sie an, kürzer zu treten, 8) Geben Sie sich neue Werte, 9) Lernen Sie, Ihr persönliches Tempo zu bestimmen, 10) Kümmern Sie sich um Ihren Körper, 11) Versuchen Sie, sich so wenig wie möglich unnötig zu sorgen und zu ängstigen, 12) Behalten Sie Ihren Sinn für Humor. Und ganz wichtig: Suchen Sie sich einen Punkt der 12 Punkte, den Sie ab sofort ändern und einen Punkt, den Sie innerhalb von vier Wochen erledigen möchten – schreiben Sie sich diese Punkte in Ihren Terminkalender! Klar gesagt werden muss, dass auch auf Seiten des Arbeitgebers wichtige Schritte in Richtung Burnout-Prävention getan werden können. Burnout hat multikausale Ursachen: gesellschaftspolitische, organisationsbedingte aber auch persönliche. Das Burnout-Syndrom kann gut behandelt werden, ab der dritten Phase ist professionelle Hilfe unumgänglich. In den Anfangsphasen können teilweise noch ausgedehnte Erholung, z. B. in Form einer Kur, oder ein Arbeitsplatzwechsel ausreichend Hilfe leisten. Im fortgeschrittenen Stadium „vergeht“ ein Burnout-Syndrom nicht einfach wieder. Die Betroffenen werden in einer gezielten Psychotherapie behandelt, die helfen soll, die eigene Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen und zukünftige Leistungsanforderungen realistischer zu sehen und sich besser abzugrenzen, damit künftige Überforderungen verringert werden.

Eine angemessene psychopharmakologische Behandlung ist in vielen Fällen sehr hilfreich. Eine Behandlung der körperlichen Beschwerden kann zu einer weiteren Verbesserung des Heilungsverlaufs führen. Es kommen vielfältige therapeutische Ansätze auf körperlicher Ebene zum Einsatz. In schweren Fällen ist auch ein Aufenthalt in Spezialkliniken anzuraten. Es gilt auch beim Burnout-Syndrom der selbe Grundsatz wie bei körperlichen Erkrankungen: umso rascher und umso qualitätsvoller die Behandlung erfolgt, umso schneller wird man wieder völlig gesund!


Mag. Margret Korn

PMS Geschäftsführung

Psychotherapeutin

pms@promentesalzburg.at

www.promentesalzburg.at

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