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[22.Dez.2009] In Memoriam Doz.Prim.Dr. Michael Egon Haberfellner

Eine bösartige Erkrankung, die er mit erstaunlicher Geduld verarbeitet hat, war stärker und hat seinen irdischen Lebensweg im Alter von 52 Jahren vollendet. Michael hat in Linz die Khevenhüllerschule besucht und die Matura mit Auszeichnung bestanden. Er studierte in Innsbruck und absolvierte nach dem Turnus die Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie im damaligen Wagner-Jauregg-Krankenhaus. Schon damals zeichnete er sich aus durch seine Umsicht, seine Wertschätzung gegenüber PatientInnen und KollegInnen, seinen Eifer und seine gesamtheitliche Sicht von Krankheiten. Parallel absolvierte er eine Ausbildung in systemischer Psychotherapie und war in verschiedensten Bereichen der psychosozialen Versorgung tätig. So leitete er medizinisch den psychosozialen Not- und Krisendienst der pro mente Oberösterreich, war aktiv am Aufbau der mobilen Krisenversorgung in Linz tätig und war auch Beratungsarzt an den Linzer psychosozialen Diensten.

Er ließ sich dann in einer psychiatrischen Praxis nieder und schaffte es sehr schnell eine erfolgreiche, vorbildliche Praxis aufzubauen mit starken Verbindungen zu den verwandten Berufen. Als einem der ganz wenigen gelang es ihm während der Praxistätigkeit sich wissenschaftlich zu betätigen und schlussendlich an der Paracelsus-Privatuniversität in Salzburg 2006 zu habilitieren.
In dieser Zeit der Praxisführung wurde er zum Fachgruppenobmann der Fachgruppe für Psychiatrie und Neurologie der Oberösterreich-Ärztekammer bestellt und übte diese Funktion bis zuletzt aus. Als sich abzeichnete, dass die psychiatrisch-medizinische Rehabilitation in Oberösterreich konkrete Formen annehmen würde, bewarb er sich um die Stelle der Leitung dieser Piloteinrichtung in Bad Hall. AlsPrimarius erfüllte er dort eine über Oberösterreich hinaus sehr wichtige Aufgabe des Aufbaues, des Feldes der psychiatrisch-medizinischen Rehabilitation und in der Kooperation mit den Sozialversicherungen, insbesondere Pensionsversicherungen, die inhaltliche Definition und Strukturierung dieser Arbeit. Er konnte den Neubau begleiten und durfte noch die Eröffnung dieses vorbildlichen Hauses erleben. In der österreichweit gegründeten Gesellschaft für Psychiatrische Rehabilitation wurde er einer der beiden Geschäftsführer.
Dr. Haberfellner war in verschiedenster Weise hoch aktiv, er war Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie und im Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie war er im berufethischen Gremium in maßgeblicher Funktion. Seine Arbeit dort wirkte immer äußerst glaubhaft, er war umsichtig, redlich und lebte diese Forderungen, die an andere gestellt wurden.
Die berufliche Haupttätigkeit in den letzten Jahren war jedoch die psychiatrisch-medizinische Rehabilitation im Rahmen der Organisation pro mente Oberösterreich.

Wir erlebten ihn als äußerst präsenten und ganzheitlich denkenden Mediziner, der seinen Mitmenschen hohe Wertschätzung entgegenbrachte und selbst sehr viel Ansehen und Zuwendung erlangte. Darüber hinaus war er ein Familienmensch, sorgender Ehegatte und Vater und umgeben von einem sehr tragenden breiten Freundeskreis. Wir werden Michael Haberfellner und seine Leistungen nicht vergessen und sind überzeugt, dass sein Werk weiterlebt. Wir sind dankbar, dass er unter uns war.

w. Hofr. Univ.-Doz. Prim. Dr. W. Schöny
Obmann pro mente Austria

 



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