Das Wort Wirtschaftskrise ist ein sehr fadenscheiniger Begriff und durch die vielen Wiederholungen des Begriffs gleicht dieser eher einem Vorhang, der verdecken bzw. undurchsichtig machen soll. Oft wird auch der Begriff „die Schere“ wie beim tapferen Schneiderlein verwendet. Dieser Begriff ist aber auch völlig unpassend und stellt noch mehr die Verniedlichung des eigentlichen Problems dar.
Spaltung
Für das, was die Wirtschaftskrise zu verheimlichen versucht, habe ich mir ein anderes Wort ausgedacht, das erklärt was da passiert. Ich rede von einer „Spaltung“, von einer Spaltung zwischen dem Oasenmenschen und dem Wüstenmenschen. Oasenmenschen sind die Menschen die sehr verwöhnt sind und täglich im kostbaren Öl baden. Die Wüstenmenschen sind die Menschen die überhaupt kein oder sehr wenig Einkommen haben. Es sind jene Menschen die ständig improvisieren und alles Mögliche erfinden und auch kleinen Handel betreiben um überhaupt überleben zu können. Weil sie aber in der Wüste leben, müssen sie lange Durststrecken durchmachen, da sie ja kein Wasser und nichts zum Essen haben.
Der Prozess der Spaltung beschleunigt sich immer schneller und die Anzahl der Oasenmenschen nimmt weiter ab und die der Wüstenmenschen, die vorwiegend in den Entwicklungsländern leben, nimmt rasant zu. Die Millenniumsziele (wie z.B. das Ziel der Bekämpfung von Armut und Hunger) haben sich seit der Krise in Rauch aufgelöst.
Diese Spaltung ist eigentlich die große Gefahr. Es ist wie bei einem Tsunami, der auf uns zukommt. Wenn wir nicht etwas Kluges machen, ertrinken wir. Man muss es einfach schaffen irgendwie auf einen Berg hinaufzuklettern.
„Neue Arbeit“
Die Bewegung der „Neuen Arbeit“ bietet dabei eine echte Alternative zu den wachsenden Problemen des heutigen Wirtschaftssystems und erhebt den Anspruch einen Aufstieg darzustellen. Sozusagen ein Weg mit Stufen auf einer Stiege die nach oben führen soll, auf eine Höhe hinauf, weg von dem kommenden Wasser. Die erste große Stufe ist die Entwicklung einer grundsätzlich anderen, einer ergänzenden zweiten Wirtschaft.
Anderer Weg
Ein Teil der Menschen also der Wüstenmenschen, und die Menschen die wir Giggs (sehr begabte Menschen) nennen, können diesen anderen Weg schon gehen und haben Alternativen zu einem anderen Leben. Das ist aber erst in den letzten zehn Jahren möglich geworden. Doch diese Möglichkeit des anderen Lebens setzt als Basis eine Fülle und eine kunterbunte Vielfalt von Erfindungen und neuen Technologien voraus. Als Beispiel etwa die „vertikale Agrikultur“, bei der es um den effizienten Einsatz von Ressourcen mit reichem Ertrag geht. In vertikalen Behältern wächst Gemüse fast von selbst.
Ein weiteres Beispiel ist die High-Tech-Eigenproduktion mittels Personal-Fabricator. Eine Maschine, mit der man Teile bzw. Produkte selber herstellen kann. Angefangen vom Essen über Baumaterialien, Kleidung, Möbel- Küchen- oder Badeeinrichtung bis hin zu Fernsehapparaten.
Mit einigen Ausmaßen sind wir gar nicht so weit weg, dass man mit den richtigen Maschinen eigentlich sehr vieles machen kann. Man kann sich bis zu 80 Prozent alles selber machen was man zu einem erfüllenden, fröhlichen, menschlichen Leben braucht.
Vergleichbar wie früher bei den Bauern aber eben umfangreicher und ökonomisch unabhängiger. Nicht nur selber Butter, Brot und Hühnerfleisch erzeugen, sondern auch gleich den Kühlschrank, die Mikrowelle oder die Turnschuhe selbst machen. Einfach alternative, vernünftige Lösungen mit dem man dem Problem der wahnsinnig schnell wachsenden Armut entgegensteuern könnte. Es geht einfach darum die Menschen dazu zu befähigen die ersten Stufen einer Stiege zu erreichen und ihnen dann die Möglichkeit zu geben, weiterzugehen.
Frithjof Bergmann
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