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[17.Jul.2010] Bruchstellen des Lebens im Alter

Soziologische Modelle gehen davon aus, dass eine psychische Erkrankung an den Bruchstellen des Lebens entsteht. Besonders in den vulnerablen Phasen des Menschen: die ersten Kindheitsjahre, die Pubertät, die Midlife-Crisis, die Pensionierung, das Senium - Umstellungsprozesse oder neue Anforderungen entstehen, neue Rollen werden erforderlich. Besonders Verlustereignisse führen oft zu einer Überforderung sich den geänderten Verhältnissen anzupassen. Häufig sind es Traumatisierungen, die Bruchstellen herbeiführen. Verlust und Trauma treten körperlich, mental sowie sozial auf - von innen oder von außen.

Erklärung
Legt man nun eine Matrix an, um die Komplexität dieser Vorgänge zu verdeutlichen - Beispiel: Vater und Sohn - so ist zu erkennen, dass beim Vater, trotz einer Reihe von gravierenden Verlustereignissen und Traumatisierungen im Laufe des Lebens, trotz weniger beruflicher und privater Anerkennung im mittleren Lebensabschnitt, aber aufgrund einer soliden Ausstattung mit protektiven Faktoren, keine psychische Erkrankung auftrat. Erst im Alter von 77 Jahren kam es zu einem Versagen seines Kreislaufs. Ganz anders war das Leben seines Sohnes. Er starb bereits mit 46 Jahren. Im Vergleich zu den belastenden waren seine protektiven Faktoren nicht ausreichend, um ihn vor Angst, Depression und schließlich Suizid zu schützen. Es drängt sich das Bild einer Lebensbilanz auf - Belastung versus Protektion - auch starke Bruchlinien können durch Schutzfaktoren kompensiert werden.

Linderung
Ich denke an meine Patienten im höheren Alter, solche mit Depressionen und Ängsten, mit demenziellen Erkrankungen. Sie erzählen mir von ihrem Befinden und Verhalten, von ihren Symptomen. Als möglichst verständnisvoller Begleiter übe ich Geduld und Wohlwollen sowie kundige medikamentöse Linderung. Der Aufbau von Schutzfaktoren und der Abbau von Belastung sind eng verknüpft.
Ein Mensch mit Extraversion, Humor und Interessen tut sich leichter. Viele Patienten haben kaum Protektion, somit ist es vornehmste Aufgabe der Begleitung (Psychotherapie) diese zu fördern. Ein Kunststück, wenn Hemmung und Resignation übergreifen. Allerdings zeigt der liebevolle Optimismus, sofern authentisch eingebracht, auch scheinbar ohne Echo seine Wirkung. Die Patienten wollen hören und dagegen sein können ohne Konsequenz. Ist doch der Zustand der Unruhe, Angst und Depression schon Normalität geworden, der Besuch beim Therapeuten eine Gewohnheit, vielleicht auch Abwechslung.

Prävention
Zusätzlich zur unterstützenden Begleitung ist primäre oder sekundäre Prävention oft kaum möglich. Die Vorteile einer Änderung des Lebensstils, Information über gesündere Ernährung und vor allem den Wert ausreichender Bewegung werden zwar geduldig und wohlwollend angehört, aber kaum umgesetzt. Denn medizinische Prävention ist noch keine Kassenleistung. Eine Investition in die Gesundheit älterer Menschen erscheint ungewöhnlich – jedoch sind die Erfolge der präventiven Medizin auch im fortgeschrittenen Alter hervorragend. Degenerative Prozesse können aufgehalten und zum Teil rückgängig gemacht werden, Stoffwechselstörungen durch Änderung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens abnehmen.


Anti-Aging-Medicine
Im MYAGE-Anti-Aging-Medicine-Center in Klagenfurt wird diese Präventionsmedizin angeboten. Nach einem kompletten Gesundheits-Check mit Erfassung des Lebensstils einschließlich mentaler Prozesse, wird ein individuelles Trainingsprogramm mit Personalcoach angeboten. Nach 6 – 18 Wochen erfolgt der Re-Check zur Erfolgsmessung und Beurteilung der Nachhaltigkeit. Der MYAGE-Plan enthält die relevanten Aufgaben und Daten – ein Ernährungs- und Bewegungstagebuch, Anleitungen zur Körperpflege und mentale Übungen sowie verantwortungsvoller Umgang mit Genussmitteln programmieren zu einem geänderten Rhythmus, der wöchentlich vom Personal-Coach überprüft und nachjustiert wird. Entscheidend ist auch hier, dass die kognitive Umstrukturierung durch die Beziehung zum Coach gelingt – ähnlich wie in der Psychotherapie. Ein Programm ohne Vermittlung durch Beziehung wird nur wenigen gelingen.
Sie fragen nach den Kosten? Zwei Schachteln Zigaretten täglich – so leistbar ist ein solider Schutz vor neuen Bruchstellen!

Prim. Dr.Thomas Platz ist Obmann von pro mente Kärnten



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