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[21.Dez.2011] Kreativität als Inklusions-Ansatz

Bereits seit Jahrzehnten wird im psychosozialen Bereich, sowohl bei Therapien als auch in der Öffentlichkeitsarbeit, mit verschiedensten kulturellen und künstlerischen Formen und Ansätzen gearbeitet. Diese kreativen Möglichkeiten werden sowohl strukturell, also firmenintern, als auch individuell eingesetzt. Auch bei pro mente OÖ wird im Rahmen von organisatorischen Veränderungen mitunter auf ExpertInnen aus der künstlerisch-kreativen Szene gesetzt. Die KulturarbeiterInnen werden in diese Veränderungsprozesse eingebunden, da sie mit ihrem Know-how den Blick auf neue Perspektiven, die für eine konstruktive Weiterentwicklung wichtig sind, eröffnen.

Inklusives Angebot

Menschen, die an einer psychosozialen Krankheit leiden, benötigen Tätigkeitsfelder, in denen sie kreativ arbeiten können. Dies steigert die Genesungschancen, wie bereits einige internationale Studien belegen. KulturarbeiterInnen begleiten diese Menschen in ihrem Alltag, helfen ihnen zum Beispiel in Mal- oder Theatergruppen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Es ist ein Weg unter vielen, um diesen Menschen aufzuzeigen, dass auch sie Talente und Fähigkeiten besitzen, etwas zu schaffen, auf das sie stolz sein können. Es kann den Menschen helfen, zu sehen, dass auch sie wertvoll und einmalig sind. Kunst und Kultur hat etwas Verbindendes und schafft gemeinsame Interessen. Eine schöne Musik, ein schönes Gemälde berührt, egal woher man kommt und wer man ist. Kunst ruft gewisse Gefühle hervor, über die man reden, aber auch schweigend nachdenken kann. Kunst kann auch Beziehungen zu anderen Menschen schaffen, kann eine Anteilnahme an der Gesellschaft bezwecken. Dieser inklusive Ansatz wird bei allen Kunst- und Kulturangeboten von pro mente Austria gelebt.

Kunst und Kultur als Öffentlichkeitsarbeit

Der erst kürzlich ins Leben gerufene „Arbeitskreis Kultur“ von pro mente Austria soll mithilfe von Kunstaktionen die Öffentlichkeit auf unsere Arbeit und Projekte aufmerksam machen – dies soll in Zukunft österreichweit passieren. Der „Arbeitskreis Kultur“ wird somit neue kreative Präventionsansätze vermitteln. Diese Art der Öffentlichkeitsarbeit ist aber auch essenziell, um wieder einen weiteren Schritt in der Antistigma-Arbeit zu setzen. Durch künstlerische Interventionen kann man die Bevölkerung „auf einer anderen Ebene“ und neue Zielgruppen erreichen und mit diesen ins Gespräch kommen. Leider wird die Wichtigkeit des kreativen Arbeitens noch weitgehend unterschätzt. Ich freue mich daher, dass sich diese Ausgabe der pro mente Austria-Zeitung mit diesem Thema beschäftigt.

Mag. Christian Rachbauer, Geschäftsführer pro mente OÖ.



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