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Vorträge

Vortrag 1

„Irre! Wir behandeln die Falschen.“ Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde.

Dr. Manfred Lütz

„Um die Normalen zu verstehen, muss man erst die Verrückten studiert haben“, so die These von Manfred Lütz. Sein gesellschaftsanalytisches Buch „Irre! Wir behandeln die Falschen.“ entführt Leser/innen in die Welt der Demenzkranken, Schizophrenen und Depressiven und nimmt dabei erstaunlich erkenntnisreich all die wahnsin- nig und blödsinnig Normalen ins Visier.

Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Nervenarzt und Theologe. Er studierte Humanmedizin, Philosophie und katholische Theologie in Bonn und Rom. 1981 gründete er in Bonn die integrative Behindertengruppe „Brücke-Krücke“. Seit 1997 ist er Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln und überdies Kabarettist, Kolumnist und Autor.

Dr. Manfred Lütz
Dr. Manfred Lütz Foto: Amanda Berens

Vortrag 2

Psychosomatische Medizin als Antwort auf die Einheit von Körper und Psyche

Univ.-Prov. Dr. Barbara Sperner-Unterweger

Bei Ängsten, chronischen Belastungen, Überforderungen, aber auch nach psychischen Traumata entwickeln Menschen häufig körperliche Symptome, die den Blick auf die dahinterliegenden psychischen Ursachen verstellen. Psychische Aspekte werden in der Diagnose und in der Behandlung tabuisiert. Oft können bei schweren, chronischen Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen oder Krebserkrankungen auch psychische Begleitsymptome auftreten. Psychosomatische Medizin berücksichtigt diese Gesamtheit von Körper und Psyche. Sowohl in der Diagnostik als auch in Therapie werden den vielfältigen Interaktionsebenen Beachtung geschenkt.

Univ.-Prof. Dr. Barbara Sperner-Unterweger ist Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin sowie Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie). Sie leitet die Universitätsklinik für Psychiatrie II in Innsbruck mit Schwerpunkt Psychosomatische Medizin.

Univ.-Prov. Dr. Barbara Sperner-Unterweger
Univ.-Prov. Dr. Barbara Sperner-Unterweger

Kabarett

G'sundheit aus der Voglperspektive

Ingo Vogl

Humor als „Ausweg“ aus der Belastung, Kabarett als anderer Zugang zur Materie: Schwierige Themen lassen sich oft leichter besprechen, wenn man gemeinsam darüber lachen kann.

Soziale Arbeit hat Ingo Vogl seit seinem Diplom an der Akademie für Sozialarbeit in Salzburg ständig begleitet – ob als Zivildiener beim Roten Kreuz und im Rettungswesen, als freiwilliger Mitarbeiter beim Roten Kreuz Salzburg, als Sozialarbeiter in einem Wohnprojekt für Haftentlassene der Bewährungshilfe, als Sozialarbeiter im LKH Salzburg. Seit 2007 leitet er das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes in Salzburg, das er selbst aufgebaut hat. Begleitend dazu besuchte er den Masterstudiengang Soziale Arbeit in St. Pölten. Heute arbeitet Ingo Vogl auch als Kabarettist.

Ingo Vogl
Ingo Vogl - Foto Bergauer.c

Vortrag 3

Doppeltes Tabu: Suchtbetroffene Mitarbeiter/innen im psychosozialen Kontext

Univ.-Doz. Dr. Martin Kurz

Menschen mit Suchtproblemen stellen schon als Patienten im psychosozialen Bereich eine Randgruppe dar. Um sie entstehen folgenbehaftete Ressentiments und Mythen. Noch bedrohlicher und daher noch stärker tabuisiert: Eine eigene Betroffenheit der im System Arbeitenden. Der Vortrag begibt sich auf die Suche nach Gründen für und Lösungsansätzen von Stigmatisierungs- und Tabuisierungstendenzen rund um das Thema Sucht.

Univ.-Doz. Dr. Martin Kurz ist Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin sowie Psychotherapeut. Er leitet die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin am Krankenhaus Zams. In Supervisionen, Coachings und Seminaren widmet er sich auch außerklinisch gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Kommunikationsstrategien in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen und deren Bezugspersonen.

Univ.-Doz. Dr. Martin Kurz
Univ.-Doz. Dr. Martin Kurz

Vortrag 4

Grenzen zwischen normaler und abweichender Sexualität

Prof. Dr. Johann Kinzl

Die Sexualmoral ist in unserer modernen westlichen Welt einem starken Wandel unterworfen und heute durch eine größere Freizügigkeit und Offenheit im Umgang mit dem eigenen Erleben gekennzeichnet – die Grenze zwischen normaler und abnormaler Sexualität verschwimmt zusehens. Was als abweichend gilt, wird (neben individueller) überwiegend durch soziokulturelle Normen definiert.

Prof. Dr. Johann Kinzl ist Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Lehrtherapeut der ÖGVT und Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin der Universität Innsbruck. Er publiziert wissenschaftliche Veröffentlichungen und Buchbeiträge.

Prof. Dr. Johann Kinzl
Prof. Dr. Johann Kinzl

Vortrag 5

Sozialwirtschaft. Handlungsanleitung zur Überwindung einer deprimierenden Verstimmung

Univ.-Prov. DDr. Nikolaus Dimmel

Die Sozialwirtschaft ist in der Defensive: Berichtspflichten (teils absurd anmutend), Kontrollrechte der öffentlichen Hand, steigende Anforderungen für die Teilnahme am Marktwettbewerb, steigender Kostendruck. Die Sozialwirtschaft hat ihre Rolle als „Agenda-Setter“ verloren und agiert verstärkt wirtschaftlich statt sozialpolitisch. Was sind die Gründe dafür? Wie kann dieses Problem gelöst werden?

Univ.-Prof. DDr. Nikolaus Dimmel ist Professor an der rechtswissenschaftlichen und kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg. Der Jurist, Soziologe, Politikwissenschafter und Autor ist seit 40 Jahren im Sozialwesen tätig.

Univ.-Prov. DDr. Nikolaus Dimmel
Univ.-Prov. DDr. Nikolaus Dimmel

Vortrag 6

Endlich sagt's mal jemand!

Dominique de Marné

„Endlich sagt ́s mal jemand!“ So lautet die wohl häufigste Reaktion, wenn Frau de Marné beginnt, über psychische Gesundheit zu reden. Über ihre eigene, aber auch über den gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema. Ein Vortrag darüber, warum ein offener Umgang auch mit schwierigen Themen gerade in der psychosozialen Versorgung von enorm großer Bedeutung ist. Welche Auswirkungen haben Tabus auf die Versorgung? Was können wir daran verändern? Und was lernen wir von den Krankheitsbildern?

Dominique de Marné (*1986) ist Bloggerin, Buchautorin, Sozialunternehmerin und Mental Health Advocate. Sie möchte die Art, wie wir über psychische Gesundheit sprechen, verändern. Und dass wir es überhaupt tun. Ihr Motto in der Prävention und Entstigmatisierung: #redenhilft – #zuhörenauch.

Dominique de Marné
Dominique de Marné